WISSENSCHAFT / FORSCHUNG

Studie belegt Interesse für Forschung

Mit fast 60% liegt das Interesse der Österreicherinnen an Wissenschaft und Forschung in der am 12. August 2013 präsentierten Studie des Instituts ECOQUEST deutlich über den Ergebnissen des „Eurobarometer 2012“. Letztere zeigte Österreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern als Schlusslicht in Sachen Technikinteresse. Den Grund für die unterschiedlichen Ergebnisse sieht Auftraggeber, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, in der Trennung von Technik und Wissenschaft. Meinungsforscher Peter Ulram nennt „soziokulturelle“ Gründe für die Technikfeindlichkeit, „die durch eine spezielle Medienlandschaft verstärkt werden“.

Immerhin 80% der Befragten halten trotz deutlicher Skepsis – etwa gegenüber Genforschung oder Atomenergie – die Förderung von Wissenschaft und Forschung für eine wichtige Aufgabe der Politik. Auch werden die persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Wissenschaft und Forschung überwiegend positiv eingeschätzt: so meinen 81%, dass Wissenschaft das Leben leichter, gesünder und angenehmer macht, 74% sind der Ansicht, dass ohne einen hohen Forschungsstand Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung in Österreich gefährdet seien. Dabei kommen zwei Drittel der Befragten beruflich kaum mit Wissenschaft und Forschung in Berührung.

Geht es um Spitzenleistungen der heimischen Wissenschaft und Forschung, auf die wir Österreicherinnen stolz sein können, so nannten 31% der Befragten spontan die Bereiche Medizin, Stahl-, Metall- und Autoindustrie oder Physik. Als bedeutende WissenschafterInnen wurden Sigmund Freud, Josef Ressel, Anton Zeilinger, Erwin Schrödinger oder Konrad Lorenz genannt.

Nachfrage nach verständlicher Wissensvermittlung

Das erfreuliche Interesse an Wissenschaft und Forschung zeigt sich auch in einer stärkeren „Nachfrage“ nach Information aus diesen Bereichen. So ist laut Ulram etwa das Interesse an Vermittlungsangeboten wie „Lange Nacht der Forschung“ oder Tage der Offenen Tür an Unis, etc. hoch. Und immerhin mehr als jeder zweite Befragte fühlt sich in Bezug auf Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung nicht ausreichend informiert. Dabei gilt das größte Interesse den Lebenswissenschaften wie Medizin und Biologie (68%), gefolgt von Sozial- (52), Geistes- und Kulturwissenschaften (50) sowie Naturwissenschaften (44). Weniger gefragt sind Ingenieurwissenschaften, Technik (36%), Wirtschaftswissenschaften (33) und Mathematik bzw. Informatik (25).

Ulram ortet aber auch „Konfliktpunkte und Schwierigkeiten“: 70% beklagen, dass sich WissenschafterInnen nach wie vor einer unverständlichen Fachsprache bedienen, 65% meinen, dass Wissenschaft und Forschung „heute schon so kompliziert sind, dass Leute wie ich gar nicht mehr folgen können“. Die Wissenschaft hat aber offensichtlich auch ein Problem mit der Glaubwürdigkeit: 59% sind der Meinung, dass man sich auf die Aussagen von Wissenschaft und Forschung nicht wirklich verlassen kann, sie seien oft widersprüchlich und von Interessen abhängig.

Quelle: derStandard.at / Kommentar 13.08.2013

SOCIAL MEDIA

37% nutzen Social Media zur Internen Kommunikation

37% nutzen Social Media zur Internen Kommunikation

Soziale Medien werden bei der Mitarbeiter-Kommunikation immer wichtiger. Bereits 37% der deutschen Unternehmen setzen entsprechende Dienste und Plattformen ein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung bei Unternehmen im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM, Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche. in Deutschland.

Jedes fünfte Unternehmen (21%) setzt externe soziale Netzwerke ein, etwa Facebook oder Xing. 13% haben eine soziale Plattform in ihrem internen Netzwerk aufgebaut. Diese bieten häufig vergleichbare Möglichkeiten wie soziale Netzwerke im Web, sind jedoch nur für die eigenen Mitarbeiter zugänglich. Jedes zehnte Unternehmen nutzt für die interne Kommunikation Blogs, die von den Mitarbeitern bearbeitet werden. Zum Teilen von Fotos und Videos innerhalb des Unternehmens greifen 7% auf öffentliche Online-Dienste zurück wie YouTube oder Flickr. Der Einsatz von Social-Media-Werkzeugen zur Mitarbeiter-Kommunikation bedeutet häufig einen tiefgreifenden Kulturwandel im Unternehmen. Anstatt nur in eine Richtung zu kommunizieren, findet ein Austausch von Informationen und Meinungen quer durch alle Hierarchie-Ebenen statt.

Außer sozialen Netzwerken wie Facebook, Google Plus und Twitter sowie beruflichen Plattformen wie Xing oder LinkedIn gibt es auch einige, speziell für Unternehmen entwickelte Social-Media-Lösungen, etwa Yammer oder Jive. Diese bieten nicht-öffentliche Bereiche, in denen sich Mitarbeiter eines Unternehmens informieren, Projekte steuern oder Dateien austauschen können. Im Gegensatz zum klassischen Intranet stehen bei diesen Kollaborations-Werkzeugen in der Regel stärker der Austausch und die Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Dadurch ist die Kommunikation innerhalb der Teams häufig dynamischer. Einige Unternehmen versprechen sich vom Einsatz entsprechender Plattformen eine effizientere Kommunikation, auch weil die zeitaufwändige Bearbeitung von E-Mails deutlich reduziert werden kann.

Für Unternehmen kann der Einsatz moderner Kommunikationsplattformen zudem ein Pluspunkt bei der Suche hochqualifizierter Nachwuchskräfte sein. Diese erwarten immer häufiger entsprechende Plattformen für die Zusammenarbeit, deren Funktionsweise ihnen bereits von sozialen Netzwerken bekannt ist.

Quelle: BITKOM

SOCIAL MEDIA

Blogger Relations in Österreich wachsen

Blogging wurde Ende der 90er Jahre ausgehend von den USA innerhalb weniger Jahre zum globalen Trend. Vorübergehend von Facebook, Twitter & Co. verdrängt, erleben Blogs neuerdings ein Revival. Zu den beliebtesten Plattformen zählen u.a. Blogger, Drupal, Tumblr und WordPress. Weltweit geht alle 30 Sekunden ein neuer Blog online.

Laut einer Umfrage der österreichischen Kommunikationsagentur Grayling zum Thema Blogger Relations, hat das Interesse der österreichischen Unternehmen an Blogger Relations im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Doch wie die Zusammenarbeit mit Bloggern erfolgreich gestaltet werden sollte, ist klar verbesserungswürdig. „„Viele Blogger sind Early Adopter und Meinungsführer, deren Bedürfnisse man kennen und die man früh genug einbinden sollte. „In unserer täglichen Arbeit sehen wir, dass sie wichtige Sparring Partner für Unternehmen sind – ihr offenes Feedback ist sowohl für die Produktentwicklung als auch in der Kommunikation wertvoll“, so Grayling.

Die Mehrheit der Blogger zeigt sich mit der aktuellen Situation wenig zufrieden. Grayling hat mit einer Online-Befragung unter 60 Bloggerinnen in Österreich erhoben, welche Erfahrungen sie aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen in Österreich haben und was sie sich von den Unternehmen in Zukunft erwarten. Die Befragten haben ganz unterschiedliche Themenschwerpunkte – von Lifestyle, über Kommunikation bis Technologie. Während 44% der befragten Blogger bestätigen, dass heimische Unternehmen an Blogger Relations interessiert sind, geben 83% an, dass österreichische Unternehmen tendenziell wenig bis gar nicht über die Bedürfnisse von Bloggern Bescheid wissen.

Maßgeschneiderte Informationen statt Presseaussendungen

Einer der Hauptkritikpunkte: Unternehmen wüssten meist nicht, welche Inhalte für Blogs interessant sind. „Die Regeln der klassischen Medienarbeit gelten laut Grayling auch für Blogger Relations: Es braucht eine gute Story und ein fundiertes Wissen über den konkreten Blog, die jeweilige Leserschaft und wer dahinter steht. Die herkömmliche Presseaussendung funktioniert allerdings nicht. Es braucht maßgeschneiderte Informationen. Das heißt aber auch mehr Arbeit für die Kommunikationsverantwortlichen.

74% der befragten Blogger befinden sich auf Presseverteilern von Unternehmen, 62% erhalten Produkte zum Testen, 70% wurden bereits zu lokalen Pressegesprächen und 22% zu internationalen Medien-Events eingeladen. Diese Zahlen bestätigen, dass Bloggern von Unternehmen wie Agenturen eine immer größere Rolle als Influencer zugeschrieben wird.

Die kontinuierliche Kommunikation mit Bloggern findet vorwiegend über persönliche E-Mails (70 %) statt – gefolgt von Twitter (34%) und persönlichen Meetings (16%). Dabei haben 64% der Befragten mit einer Kontaktperson aus der betreuenden Agentur zu tun, 40% auch mit einem Kommunikationsverantwortlichen des Unternehmens und 8% mit einem internen Fach- oder Produkt-Experten.

Die Umfrage ergab auch, dass 90% der befragten Blogger von für sie relevanten Unternehmen kontaktiert werden möchten. Sie sehen sich demnach als professionelle Partner, die den Dialog aktiv suchen. 94% ziehen es dabei vor, wenn dieser Kontakt mittels E-Mail stattfindet. Am wichtigsten sind den befragten Bloggern der persönliche Austausch sowie exklusive Einzelinformationen, knapp gefolgt von Testprodukten, Einladungen zu lokalen und internationalen Veranstaltungen. Rund die Hälfte möchte darüber hinaus auch mittels Presseinformationen am Laufenden gehalten werden.

Quelle: www.grayling.comUmfrage / PR-Journal

KOMMUNIKATION / PR

Status-Quo der PR in Österreich

Status-Quo der PR in Österreich

Der erste Österreichische Kommunikationstag (#Ktag13) am 19. Juni 2013 war eine gelungene Nabelschau der PR-Szene in Österreich. An die 400 Kommunikations-Profis folgten der Einladung des PRVA (Public Relations Verband Austria) nach Wien. Führende Kommunikations-Experten zeigten anhand konkreter Fallbeispiele anschaulich ihre Zugänge, erfolgreiche Konzepte und neue Ideen in den Bereichen Organisationskommunikation, Social Media, Politische Kommunikation und Publik Affairs / Lobbying.

Sascha Lobo eröffnete gewohnt direkt und eloquent den Kongress unter dem Titel “Anarchisch, chaotisch, rasant – Können Unternehmen im Netz mithalten?” Seine Antwort lautet “Nein”. Gleichzeitig ermunterte der Online-Strategieberater und Netzwerker der ersten Stunde alle, den Dialog zu suchen.

Ein weiteres Highlight war Marlon Marshall, der Deputy National Field Director der Wiederwahl-Kampagne Obamas 2012. Er verdeutlichte anschaulich, wie “grassroot”-Kampagnen über Social Media initiiert und erfolgreich in die reale Welt geführt werden, wie die im Web 2.0 akquirierten Unterstützer bei Hausbesuchen Wähler mobilisieren und wie über den Wahltag hinaus die Webplattform als Treffpunkt und Infoportal genutzt wird.

Im Berech Social Media & Partizipation wurde deutlich, dass Social Media in der österreichischen PR angekommen ist. In den Gesprächen beim Netzwerken wird allerdings auch rasch klar, dass noch nicht alle gleichermaßen fit dafür sind, dass Kunden Web 2.0 Kommunikation oft für einen (fast) kostenlosen Service der Agenturen halten und sich keineswegs im Klaren sind über die Herausforderungen und Ressourcen, die für eine Online-PR nötig sind. Gelungene Beispiele – und mit ihnen die Chancen und Risiken in der Unternehmenskommunikation – zeigte etwa das Projekt “150 Peaks” zum Firmenjubiläum der MammutAG. Wie man eine sehr spezifische, weltweit verstreute Zielgruppe in Dialog mit den CEOs der führenden Stahlunternehmen bringen kann – und zwar via World Cafe auf Twitter (#steeldebate), – erklärte die voestalpine, Initiator dieses Experiments.

Wie wichtig im Bereich der Organisationskommunikation der Dialog mit den Anspruchsgruppen ist – wenngleich oftmals die PR erst einbezogen wird, wenn der Brand schon lodert, zeigten Projekte aus der Energiewirtschaft, bei denen naturgemäß unterschiedlichste Interessen aufeinanderprallen. Begleitende und vorausschauende Kommunikation kann hier Verständnis und Vertrauen schaffen.