KOMMUNIKATION / PR

Status-Quo der PR in Österreich

Status-Quo der PR in Österreich

Der erste Österreichische Kommunikationstag (#Ktag13) am 19. Juni 2013 war eine gelungene Nabelschau der PR-Szene in Österreich. An die 400 Kommunikations-Profis folgten der Einladung des PRVA (Public Relations Verband Austria) nach Wien. Führende Kommunikations-Experten zeigten anhand konkreter Fallbeispiele anschaulich ihre Zugänge, erfolgreiche Konzepte und neue Ideen in den Bereichen Organisationskommunikation, Social Media, Politische Kommunikation und Publik Affairs / Lobbying.

Sascha Lobo eröffnete gewohnt direkt und eloquent den Kongress unter dem Titel “Anarchisch, chaotisch, rasant – Können Unternehmen im Netz mithalten?” Seine Antwort lautet “Nein”. Gleichzeitig ermunterte der Online-Strategieberater und Netzwerker der ersten Stunde alle, den Dialog zu suchen.

Ein weiteres Highlight war Marlon Marshall, der Deputy National Field Director der Wiederwahl-Kampagne Obamas 2012. Er verdeutlichte anschaulich, wie “grassroot”-Kampagnen über Social Media initiiert und erfolgreich in die reale Welt geführt werden, wie die im Web 2.0 akquirierten Unterstützer bei Hausbesuchen Wähler mobilisieren und wie über den Wahltag hinaus die Webplattform als Treffpunkt und Infoportal genutzt wird.

Im Berech Social Media & Partizipation wurde deutlich, dass Social Media in der österreichischen PR angekommen ist. In den Gesprächen beim Netzwerken wird allerdings auch rasch klar, dass noch nicht alle gleichermaßen fit dafür sind, dass Kunden Web 2.0 Kommunikation oft für einen (fast) kostenlosen Service der Agenturen halten und sich keineswegs im Klaren sind über die Herausforderungen und Ressourcen, die für eine Online-PR nötig sind. Gelungene Beispiele – und mit ihnen die Chancen und Risiken in der Unternehmenskommunikation – zeigte etwa das Projekt “150 Peaks” zum Firmenjubiläum der MammutAG. Wie man eine sehr spezifische, weltweit verstreute Zielgruppe in Dialog mit den CEOs der führenden Stahlunternehmen bringen kann – und zwar via World Cafe auf Twitter (#steeldebate), – erklärte die voestalpine, Initiator dieses Experiments.

Wie wichtig im Bereich der Organisationskommunikation der Dialog mit den Anspruchsgruppen ist – wenngleich oftmals die PR erst einbezogen wird, wenn der Brand schon lodert, zeigten Projekte aus der Energiewirtschaft, bei denen naturgemäß unterschiedlichste Interessen aufeinanderprallen. Begleitende und vorausschauende Kommunikation kann hier Verständnis und Vertrauen schaffen.

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