SOCIAL MEDIA

Social Media Präsenz allein schafft keine Partizipation oder Vernetzung

Ernüchternd: Österreichs Top500 nutzen Social Media, aber nur einzelne Kanäle, kaum Strategie, kaum Dialog

Uta Rußmann und Peter Winkler vom Institut für Kommunikation, Marketing & Sales der FH Wien haben eine Studie zur Social Media Nutzung der Top 500 Unternehmen in Österreich durchgeführt. Darin kommen sie zu dem Ergebnis, dass sich in den umsatzstärksten 500 Unternehmen Österreichs (Stand 2012) zwar in den Jahren 2009 bis 2011 ein starker Anstieg der Nutzung unterschiedlicher Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter und Youtube zeigt. Die Nutzung beschränkt sich jedoch auf einzelne Kanäle, es gibt kaum strategisch kombinierte Einsätze.

Am kritischsten sehen die Autoren die kaum vorhandene Aktivität auf den diversen Kanälen, die über einen Untersuchungszeitraum von einem Monat gemonitort wurde. In allen untersuchten Kanälen zeigt mindestens ein Drittel der Unternehmen gar keine Aktivität, veröffentlicht also keinerlei Information. Ebenso problematisch ist, dass auf Beiträge der User auch nur sehr selten reagiert wird. Damit wird faktisch kein Raum für Partizipation und Vernetzung geschaffen.

Die Experten schlagen folgende Änderungen vor: Um Themen zu schaffen, die sich für User als relevant und verfolgenswert erweisen, gilt es folgende Aspekte zu beachten: Themensetzung kann und soll von beiden Seiten, also Unternehmen wie Usern, erfolgen. Themen sind nicht als klassische „Verlautbarung“ zu sehen, sondern entstehen und entwickeln sich vielfach erst im Dialog. Damit geht einher, dass sich Themen auch außerhalb des klassischen, massenmedialen Spektrums bewegen werden, gerade dadurch aber auch neue Erkenntnisse über spezialisierte Community-Interessen gewonnen werden können. All dies lässt darauf schließen, dass sich die Aufgabe der Online-PR immer weniger auf reine Themensetzung, sondern vielmehr auf kontinuierliche Förderung, Rahmung und Begleitung von Dialogdynamiken konzentrieren wird.

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Quelle: PR-Journal

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